Der Reiz der Kurzgeschichte

Ich muss gestehen, der Reiz der Kurzgeschichte hat sich mir lange nicht erschlossen. Das Motto, je länger desto besser, galt für mich schon jeher fürs Lesen. Kein Wunder, dass ich mich, als ich mich zum ersten Mal ans Schreiben machte, gleich an einen langen Roman wagte.

Lange Geschichten bieten meiner Meinung nach ihren Lesern die Gelegenheit, sich in die Hauptfiguren hineinzuversetzen, sich mit ihnen anzufreunden, mit ihnen mitzuleiden oder sich mit ihnen zu freuen. Wir begleiten unsere Helden auf ihren Abenteuern, können uns stunden- oder tagelang von ihnen in die phantastischsten Welten entführen lassen oder mit ihnen die Städte dieser Welt erkunden.

Eine Kurzgeschichte hingegen ist eine Momentaufnahme eines Lebens, die Beschreibung einer alltäglichen oder nicht-alltäglichen Situation und sie ist das nach wenigen Minuten – wenn man eine Schnell-Leserin ist so wie ich – auch schon wieder vorbei. Und dann?

Nun habe ich aber vor einigen Monaten die Anfrage bekommen, ob ich mich an einer Anthologie der Longlist-Autoren des Piper Awards #erzählesuns mit einer Kurzgeschichte beteiligen würde, und habe spontan Ja gesagt. Da wollte ich gerne dabei sein.

Kurzgeschichten schreiben, kann doch nicht so schwer sein, oder? Ha, Irrtum!

Das fing bei mir schon mal an, dass mir wochenlang keine Idee kommen wollte. Nicht dass ich überhaupt keine Idee für eine neue Geschichte gehabt hätte, oh nein! Aber die Ideen boten sich eher für komplexere Romane oder sogar für ganze Reihen an. Keine Idee weit und breit in Sicht, die ich nach gefühlt einem Kapitel wieder hätte beenden können.

Daher bin ich jetzt besonders stolz darauf, dass meine erste Kurzgeschichte inzwischen nicht nur fertig geschrieben ist, sondern auch bereits seit vorgestern online ist. Was lange währt, wird endlich gut. Und ich habe sogar bereits wieder eine Idee, für die nächste Kurzgeschichte. Wer hätte das gedacht? 🙂

Falls ihr Lust auf einen kleinen Fantasy-Lesehappen aus meiner Feder habt, dann findet ihr hier meinen „Wander-Zauberer“: http://www.wattpad.com/108142706-federwelten-2015-von-18-federn-12-nicole-gozdek

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken der anderen „Federwelten“! 🙂

Ein Traum wird wahr

Mein Rückblick auf das letzte halbe Jahr, den ersten Roman, den Piper Schreibwettbewerb und mehr

Es ist Feiertag. Ich sitze auf dem Sofa, bin im Internet unterwegs auf der Suche nach den neuesten Verlagsvorschauen und nach tollen Schätzen für meinen Wunschzettel. Nachher ist zudem noch lesen in einem meiner frisch gekauften Romane angesagt.

Das Szenario kommt euch vertraut vor? Mir auch, nur dass mir mein Déjà-vu gerade klar gemacht hat, dass es heute genau ein halbes Jahr her ist, dass ich auf Piper.de war und die Info zum #erzählesuns Award gelesen habe und dass seitdem eine Menge passiert ist.

Am 1. November 2014 war ich noch keine „Autorin“, auch diese Website hat da noch nicht existiert. Diejenigen, die wussten, dass ich schreibe, konnte ich damals noch an beiden Händen abzählen, und diejenigen, die tatsächlich eine meiner Geschichten gelesen haben, sogar an einer Hand. Ich war gerade in den letzten Vorbereitungen für die Veröffentlichung meines Romans „Königreich zu verschenken“, den ich zunächst einmal als E-Book über Self Publishing herausbringen wollte, um zu schauen, wie denn die Geschichte und mein Schreibstil ankommen. Vorsichtige erste Babysteps einer jungen Autorin halt.

Und dann kam der Schreibwettbewerb von Piper: Mit einer Deadline und einer maximalen Wörterzahl, die mich schlucken ließ, da sie bedeutete, dass alle meine bisherigen Geschichten zu lang waren. Dass ich, wenn ich am Wettbewerb teilnehmen wollte, eine komplett neue Geschichte schreiben musste. Und das in gerade einmal 6 Wochen! Ein Wahnsinn! Nicht machbar!

Aber ich wollte beim Wettbewerb mitmachen. Unbedingt. Wider jeden Zweifel und drohende Einreichfrist. Also habe ich angefangen, „Die Magie der Namen“ zu schreiben. Abends, am Wochenende, an meinen freien Tagen, wenn ich nicht mit der Veröffentlichung von „Königreich zu verschenken“ oder der Erstellung von Website oder Facebook-Fanpage beschäftigt war. Dass ich es tatsächlich gegen alle Erwartungen geschafft habe, „Die Magie der Namen“ fertig zu schreiben und rechtzeitig hochzuladen, fühlte sich daher wie ein Sieg an. Ziel erreicht, Mission accompli: Ich war eine von über 150 Teilnehmern beim Schreibwettbewerb für Nachwuchsautoren des Piper Verlags.

Und dann das: Longlist, Shortlist, Einladung zur Verkündung und Preisverleihung beim Verlag in München, wo ich viele tolle Leute kennen lernen durfte, und dann die Nachricht, dass „Die Magie der Namen“ gewonnen hat und nun demnächst vom Piper Verlag veröffentlicht wird. Ein Traum wird wahr.

Jetzt, ein halbes Jahr später, fühlt sich das alles viel länger an als nur 6 Monate. Aktuell überarbeite ich nicht nur meinen Siegertitel, damit ihr ihn bald in gedruckter Form oder als E-Book in den Händen halten könnt, sondern bin auch seit einem Monat schon eifrig am Plotten und Schreiben der Fortsetzung. Der Traum geht weiter.

Ich wünsche euch einen schönen 1. Mai.

Liebe Grüße,

eure Nicole