Wenn man vom Teufel spricht – oder auch nicht

Überarbeitetes Manuskript mit bunten Post-ItsSorry, hier war es in letzter Zeit ziemlich ruhig. Bei mir stand nämlich die Überarbeitung von „Die Magie der Namen“ für die Veröffentlichung nächstes Jahr im Piper Verlag an und ich war eine Weile wieder in der Welt der Namensmagie und meines Helden Tirasan versunken. Aber jetzt ist das überarbeitete Manuskript endlich im Lektorat. Juhu!

Wenn man vom Teufel spricht … – Diese Redewendung kennt jeder und meistens benutzen wir sie ganz unbewusst, ohne lange über ihren Sinn nachzudenken. Dumm nur, wenn man bei der Überarbeitung seines Fantasy-Manuskriptes darauf stößt und sie plötzlich gar keinen Sinn ergibt.

Denn beim Schreiben ist die Erzähllogik ganz wichtig, auch in Fantasywelten, die den uns bekannten Gesetzen und Regeln widersprechen – oder ganz besonders dort. Euer Held kann zaubern? Warum auch nicht? Nur bitteschön sollte man als Fantasy-Autor dann darauf achten, dass Magie sich nahtlos in eure Welt und eure Geschichte einfügt und es keine Widersprüche gibt. Wenn es in dieser Welt Magie gibt, dann gibt es vielleicht auch noch andere, die zaubern können, und womöglich einen bösen Zauberer, dem sich euer Held stellen muss. Eurem Held gelingt nicht automatisch alles, nur weil er zaubern kann. Oder falls euer Held der einzige Magier in eurer Welt ist, dann muss es eine plausible Erklärung dafür geben, warum das so ist. Nichts hassen aufmerksame Leser mehr, als wenn sie über Widersprüche und Plot-Holes stolpern …

Ich vergleiche Schreiben hin und wieder gerne mal mit Puzzeln. Jedes Teil greift in die anderen und am Ende ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. In das Puzzle gehören keine fremden Teile und schlecht ist es auch, wenn entscheidende Puzzleteile fehlen.

Kommen wir wieder zurück zur schönen Redewendung „Wenn man vom Teufel spricht“. Ich mag sie und benutze sie auch gerne. In „Die Magie der Namen“ ist sie jedoch ein Teil aus einem anderen Puzzle. In meiner Welt der Namensmagie gibt es keine Götter, keinen Himmel und keine Hölle und erst recht keinen Teufel. Was also tun? Die Redewendung kann so nicht stehen bleiben, besonders nicht wenn die Hauptfigur sie verwendet.

Also begann ich über die Redewendung nachzudenken. Was wollen wir mit „Wenn man vom Teufel spricht“ eigentlich ausdrücken? Man spricht über etwas Negatives und kurz darauf tritt genau dieser Fall ein. Natürlich könnte ich meine schöne Redewendung jetzt genau so durch diese platte Erklärung ersetzen.

LANGWEILIG!

Nein, das nimmt die Spannung raus und reißt den Leser schlimmstenfalls aus der Geschichte. Ich gehe anders vor. Ich übertrage Redewendungen gerne auf meine Fantasywelten. In meiner Geschichte gibt es keinen Teufel, aber es gibt Namenlose, die fast genauso gefürchtet werden, denn sie versuchen den Menschen ihre Namen – und damit ihre Seelen und Erinnerungen – zu rauben. Eine andere Art von Teufel halt.

Also wenn man von den Namenlosen spricht … spätestens im Frühjahr 2016. 😉