Meine erste Frankfurter Buchmesse als Autorin

Es war vor einigen Tagen wieder Frankfurter Buchmesse und nach ein paar Jahren Abwesenheit hatte ich beschlossen, dass die Gelegenheit günstig wäre, ein letztes Mal die Buchmesse als Privatperson zu besuchen, um mir von den bekannten Autorinnen und Autoren noch mal ein paar Tipps und Tricks abzuschauen, bevor nächstes Frühjahr „Die Magie der Namen“, mein Gewinnerroman beim Schreibwettbewerb #erzaehlesuns, im Piper Verlag erscheint und ich selbst als Autorin auf die Messe fahre. 🙂

Tja, ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass mein Plan von vornherein zum Scheitern verurteilt sein könnte, weil mich die ersten Leserinnen und Leser von Wattpad und aus meinem Verlag bereits erkannt haben. Ich muss gestehen, ich war recht verdutzt. Mit Lesern oder gar Fans hatte ich wirklich überhaupt noch nicht gerechnet, auch wenn es mich natürlich sehr gefreut hat. Den ersten Moment, wo ich ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut habe, hat man mir hoffentlich nicht angesehen. 😉

Für meinen ersten „offiziellen“ Buchmesse-Besuch als Autorin habe ich diese Tipps in mein Notizbüchlein notiert, die vielleicht auch dem einen oder anderen Neuautoren helfen.

Tipp 1: niemals ohne Autogrammkarten unterwegs sein

Autogrammkarten kann man als Autor IMMER auf der Buchmesse gebrauchen. Es ist egal, ob man eine offizielle Signierstunde am Verlagsstand oder am Lesezelt hat oder nur durch die Gänge schlendert, als Autor oder Autorin sollte man gut auf den Fall vorbereitet sein, dass man auf der Frankfurter Buchmesse jederzeit erkannt und um ein Autogramm gebeten werden kann. Besser man ist mit entsprechenden Give-aways gut ausgestattet.

Und ein weiterer Vorteil: Autogrammkarten sind leicht und passen gut in die Tasche. Nicht zu unterschätzen, wenn man – so wie ich mit Block, Büchern, Getränken und mehr – einfach viel zu viel mit sich herumschleppt. Nach zwei Tagen Buchmesse wurden mir die Arme verdammt lang, kann ich euch sagen, und dabei hatte ich die Garderobe schon genutzt und nur das Wichtigste wirklich die ganze Zeit mit mir herumgetragen.

3 Autoren beim Interview auf der Frankfurter Buchmesse

Markus Heitz, Moderator Christian Handel, Michael Peinkofer und Andreas Brandhorst (von links)

Tipp 2: bei der Produktion von Give-aways an Platz zum Unterschreiben denken

Klingt simpel, ist es aber nicht. Besonders wenn man hübsche Lesezeichen hat, die eh schon wenig Platz für alle wichtigen Infos bieten. Buchcover, Buchinfos, Autorenfoto und Co. wollen ja auch noch irgendwie untergebracht sein, bevor die Fans kommen und du den Stift zückst, um deine Lesezeichen zu signieren.

Egal ob Postkarte, Autogrammkarte oder Lesezeichen – rechne damit, dass jedes Give-away, das du für deine Fans und zu deinen Büchern produziert, zum Signieren „zweckentfremdet“ wird. Im besten Fall hast du den Platz dafür schon von vornherein eingeplant und bescherst dir nicht selbst einen Krampf im Handgelenk beim Versuch, möglichst klein zu schreiben.

Give-away: Lesezeichen, Autogrammkarten, Leseproben, etc.

Tipp 3: auch an den Letzten in der Schlange denken

Es ist mir dieses Jahr selbst passiert: Es war Signierstunde und es war VOLL. Selbst wenn man das Glück hat, dass man am Anfang einer langen Schlange steht, die einmal rund um den Stand oder – schlimmer noch für die Wartenden – um den ganzen Block führt, wie bei der Signierstunde von Kerstin Gier, dann bleibt die Geduld nach einer halben Stunde oder Stunde gerne mal auf der Strecke, wenn die Schlange überhaupt nicht kürzer wird.

Bücher signieren, Autogrammkarten verteilen, kurz mit den Lesern und Fans reden und Fotos machen im Eiltempo und dabei jederzeit charmant bleiben. Wie macht man das? Ganz einfach, indem man auch an den Letzten in der Schlange denkt, der bei einer einstündigen Signierstunde vielleicht bereits seit anderthalb Stunden ansteht und geduldig wartet, seinen Lieblingsautor oder seine Lieblingsautorin zu sehen.

Auch ich habe mich brav angestellt und eine Stunde gewartet, um ein Widmung von den beiden Fantasy-Bestsellerautoren Michael Peinkofer und Markus Heitz zu ergattern. Mein besonderer Schatz, den ich von der Frankfurter Buchmesse 2015 mit nach Hause nehmen konnte, ist der neueste Roman von Michael Peinkofer, „Sieg der Könige“, mit der persönlichen Widmung „Für meine Kollegin Nicole“. Das motiviert zum Weiterschreiben und für den nächsten Besuch der Buchmesse – dieses Mal auch offiziell als Autorin. 🙂

Fantasyroman von Michael Peinkofer mit persönlicher Widmung

Tipp 4: auch bei den immer gleichen Fragen geduldig bleiben

Mir ist es bei Jennifer Estep aufgefallen, wie professionell sie war und wie geduldig sie auch am fünften Buchmessetag noch auf Fragen geantwortet hat. Wenn man über ein mehrtägiges Event wie der Frankfurter Buchmesse oder einer Lesereise mehrmals den gleichen Moderator hat, bleibt es natürlich nicht aus, dass sich auch Fragen wiederholen. Das ist normal und ganz verständlich.

Nachdem ich Jennifer Estep bereits beim Lovelybooks Livestream am Donnerstag und dann live am Buchmesse-Sonntag erleben konnte, sind natürlich einige Déjà-vus nicht ausgeblieben. Für den jeweiligen Autoren ist das natürlich noch extremer. Dabei hilft es, sich zu erinnern, dass es zwar für einen selbst als Autoren das x-te Mal ist, dass man diese Frage hört, für den anwesenden Leser jedoch das erste Mal. Und der Leser ist höchst interessiert an der Antwort auf die gestellte Frage. Wenn man sich das vor Augen führt, fällt es gleich viel leichter, die bekannte Frage erneut zu beantworten.

Insgesamt hat mich das Treffen mit Jennifer Estep sehr beeindruckt: Die amerikanische Bestseller-Autorin hat nämlich nicht nur Geduld für ihre Fans, sondern sie ist auch nett und bodenständig geblieben und hat die Höhen und Tiefen einer Autoren-Karriere durchlebt. Sieben Jahre sieben Romane zu schreiben und nur Absagen zu kassieren, bevor endlich der Durchbruch kam und sie einen Verlagsvertrag bekam, zeugt von jeder Menge Leidenschaft fürs Schreiben und einer Riesenmenge Durchhaltevermögen. Das imponiert mir.

Wer mehr über die Veranstaltung von Jennifer Estep auf der Buchmesse lesen möchte, kann das auch in meinem Lesungsbericht auf meinem Rezensionsblog tun: http://nicoles-fantasy.de/tolle-jennifer-estep-lesung-aus-black-blade-frankfurter-buchmesse-2015/

Autorin Jennifer Estep mit Moderator und Vorleserin bei einer Lesung

Jennifer Estep (Mitte) mit Moderator Christian Handel (rechts) und Schauspielerin Paula Hans (links)

Tipp 5: Dinge auf sich zukommen lassen

Die Frankfurter Buchmesse ist eine tolle Chance, viele Bücherverrückte, zu denen ich mich auch zählen möchte, kennen zu lernen. Das Interesse an Lieblingsautoren, neuen Autoren, Büchern, Geschichten und mehr ist in diesen Tagen besonders groß. Als Autor kommt viel auf einen zu, besonders wenn man ein unerfahrener neuer Autor ist.

Dennoch sollte man sich als Neuautor nicht von Interviews, Lesungen vor hunderten Leuten, Signierstunden oder anderen neuen Erfahrungen verrückt machen lassen. Denn es sind doch alles Leser – und damit auch potentielle eigene Leser und Fans. Und wem fällt es leichter, diese Menschen für die eigene Geschichte zu begeistern als dem Autor selbst, der so viel Leidenschaft in die Erschaffung der Figuren, der Welt und der Handlung gesteckt hat? Eben! Also lasst die Dinge und ganz besonders die Leser auf euch zukommen und fangt einfach an zu erzählen! Und schnell werdet ihr eure Aufregung überwunden haben. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein Wiedersehen auf der Buchmesse im nächsten Jahr. 🙂

Liebe Grüße

eure Nicole